Gottesdienst 03.01.2021

2. Sonntag nach dem Christfest
03.Januar 21

Vorspiel; Begrüßung
Wer den Sohn hat, der hat das Leben, aber… wenn er verloren geht?
Lied: Gott ist gegenwärtig EG 165
Gott ist gegenwärtig, lasset uns anbeten,
Gott ist in der Mitte, alles in uns schweige
Und sich innigst vor ihm beuge.
Wer ihn kennt, wer ihn nennt,
schlag die Augen nieder; kommt, ergebt euch wieder.
Gott ist gegenwärtig, denn die Cherubinen,
Tag und Nacht gebücket dienen.
Heilig, heilig, heilig, aller Engel Chöre.
Herr vernimm unsere Stimm,
da auch wir Geringen unsere Opfer bringen.
Du durchdringest alles, lass dein schönes Lichte,
Herr, berühren mein Geschichte.
Wie die zarten Blumen willig sich entfalten
Und der Sonne stille halten. Lass mich so still und froh
Deine Strahlen fassen und dich wirken lassen.
Lehrtext:
Christus spricht: Sei barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist
Lukas 6, 36
Lied:
Psalmtext:
Psalm 100, 1-5
Jubelt dem Herrn zu, Ihr Bewohner der Erde!
Stellt euch freudig in seinen Dienst!
Kommt zu ihm mit lautem Jauchzen!
Denkt daran: Der Herr allein ist Gott!
Er hat uns geschaffen, und ihm gehören wir.
Sein Volk sind wir und er sorgt für uns
Wie ein Hirt für seine Herde
Geht durch die Tempeltore mit einem
Danklied.
Bereitet den Festplatz mit Lobgesang!
Preist ihn, dankt ihm für seine Taten!
Denn der Herr ist gut zu uns,
seine Liebe hört niemals auf
Von einer Generation zur anderen
Bleibt er treu. Amen
Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie es im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Amen
Kyrie eleison
Herr , erbarme dich
Christe eleison
Christe, erbarme dich
Kyrie eleison und Dank für seine Gnade
Herr, erbarm dich über uns
Ehre sei Gott in der Höhe
Allein Gott in der Höh sei Ehr und Dank für seine Gnade, darum das nun und nimmermehr
Uns rühren kann kein Schade. Ein Wolgefalln Gott an uns hat,
nun ist groß Fried ohn Unterlass, all Fehd hat nun ein Ende.
Der Herr sei mit euch
– Und mit deinem Geist
Gebet
Gott, himmlischer Vater, wir danken Dir, dass Du bei uns bist und uns hörst,
wir bitten Dich um Deine Begleitung durch den Gottesdienst, so dass wir hören und begreifen können, was Dein Wort uns sagen will
Amen
Evangelium
Ehre sei Dir Herre
Lukas2, 41-52
Die Eltern von Jesus gingen jedes Jahr nach dem Passafest nach Jerusalem.
als Jesus 12 Jahre alt war, nahmen sie ihn zum ersten Mal mit.
Nach den Festtagen machten die Eltern sich wieder auf den Heimweg, während der junge Jesus
In Jerusalem blieb. Seine Eltern wussten aber nichts davon. Sie dachten, er sei irgendwo unter den Pilgern.
Sie wanderten den ganzen Tag und suchten ihn dann abends unter den Verwandten und Bekannten.
Als sie ihn nicht fanden, kehrten sie am folgenden Tag nach Jerusalem zurück und suchten ihn dort.
Endlich am dritten Tag entdeckten sie ihn im Tempel. Er saß mitten unter den Gesetzeslehrern, hörte ihn zu
Und diskutierte mit ihnen. Alle, die dabei waren, staunten über sein Verständnis und seine Antworten.
Seine Eltern, waren außer sich, als sie ihn hier fanden. Die Muttersagte zu ihm: „Kind, warum machst du uns
solchen Kummer? Dein Vater und ich haben Dich überall gesucht und große Angst um dich ausgestanden,
Jesus antwortete:“ Warum habt ihr mich dann gesucht? Habt ihr nicht gewusst, dass ich im Haus meines Vaters sein muss?“
Aber sie verstanden nicht, was er damit meinte.
Jesus kehrte mit seinen Eltern nach Nazareth zurück und gehorchte ihnen willig.
Seine Mutter aber behielt alles in ihrem Herzen.
Jesus nahm weiter zu an Jahren wie an Verständnis, und Gott und die Menschen hatten Freude an ihm. Amen
Lob sei dir, oh Christe
Glaubensbekenntnis
Wir glauben an Gott, der dem Leben Sinn gibt- Ursprung und Ziel aller Wirklichkeit, durch den wirmit allem verbunden sind.
Und an Jesus Christus, unserem Herrn-ein Mensch, geboren wie wir, in dem das eigentliche Leben war, die Nähe Gottes und dessen Macht, uns in ein neues, unverdient geschenktes Leben in Freiheit und Dankbarkeit zu rufen. Abgelehnt von den Menschen, ausgeliefert an die Staatsmacht, in Kreuz und Tod ausgesetzt er tiefen Sinnlosigkeit, ruft er uns trotzdem zur Entscheidung und gibt uns Mut zum Glauben, Lieben, Hoffen, weil er nun teilhat an Gottes lebensschaffender Wirklichkeit, die auf uns zu kommt, uns fordert und begnadigt.
Wir glauben an seine gegenwärtige Wirksamkeit, dass in ihm alle Kirche eins sind, dass verbindliche Gemeinschaft durch ihn möglich ist, dass er uns befreit von aller Entfremdung unseres Lebens und Hoffnung sinnvoll macht, selbst angesichts des Todes. Wir glauben, Herr, hilf unserem Unglauben.
Amen
Lied: Jesus soll die Losung sein EG 62
Jesus soll die Losung sein,
da ein neues Jahr erschienen.
Jesu Namen soll allein
Denen heut zum Zeichen dienen,
die in seine, Bunde stehn
und auf seinen Wegen gehn.
Jesu Name. Jesu Wort
Soll bei uns in Zion schallen,
Und so oft wir an den Ort,
der nach ihm genannt ist, wallen,
mache seines Namens Ruhm
unser Herz zum Heiligtum.
Alle Sorge, alles Leid
Soll der Name uns versüßen
So wir alle Bitterkeit
Uns zur Freude werden müssen.
Jesu Nam sei Sonn und Schild
welcher allen Kummer stillt.
Predigt
Gnade sei mit euch und Friede heute und alle Zeit. Amen.
Lieber Leserinnen und Leser,
liebe Gemeinde;
Erinnerungen werden bei mir wach, 1979 stand ich in der Christuskirche in Einfeld das erste Mal an diesem Sonntag, dem sog. 2ten nach dem Christfest auf der Kanzel, Pastor in dieser Kirche, meine Güte, was war
ich stolz, als ich den Weg dorthin geschafft hatte, nach all den Mühen und Versuchen, nach den Examina, endlich.
Unwillkürlich gingen meine Gedanken zurück in die Zeit, also ich heute als Pensionär, als Vertretungspastor in der Dietrich-Bonhoeffer-Gemeindebegann, diese Predigt zu schreiben, natürlich der Anfang meiner Tätigkeit als Gemeindepastor lange her, ich habe vieles gemacht seitdem und manches vergessen, aber was vor 12 Tagen geschah ist mir in guter Erinnerung, alles war anders: kein Gottesdienst unter dem Tannenbaum in unserer Kirche, kein Krippenspiel, kein Gedränge, kein O, du fröhliche, o du selige und draußen überall in unserer Nordkirche, abends um 20.00 Uhr: „ Stille Nacht, heilige Nacht, alles schläft, einsam wacht. Und er blieb ganz allein, der holde Knabe im lockigen Haar. Das vor 12 Tagen geschah bleibt immer in guter Erinnerung und heute liegt Jesus nicht mehr sicher und geborgen unter dem Blick der Tiere, der Hirten, der Könige, der weisen aus dem fernen Land, er ist selbst auf der Flucht nur unter dem Schutz der Eltern.12 Jahre später, zurück in Nazareth, nun nicht mehr im Bauch der Mutter, ihnen gelingt die Flucht vor dem mörderischen König Herodes und seinen Häschern, dort in Bethlehem, er wächst schließlich in Nazareth heran, geht mit en Eltern, wie es fromme Juden tun, am Passahfest nach Jerusalem und läuft weg, wir konnten es lesen.
Der Evangelist Lukas, der dieses Jesuskind in die Mitte aller Zeiten fokussierte, dieser Sohn von Maria und Joseph, diesen zweifelten und immer noch staunenden Vater, oder nicht, Jesus ist plötzlich den Eltern weggelaufen, abgehauen. ER ist verloren gegangen, das hatten sie noch nie, er war doch ein ganz normaler, ordentlicher, gehorsamer Junge gewesen, so etwas kannten sie nicht, denn er ist aufgewachsen, wie jeder jüdische Junge aufgewachsen ist, mit Tagen zuhause und im Tempel, mit dem Lernen und dem Spielen, mit Träumen eines Jungen. Ich erinnere mich wieder an Rien Poortvliet, der in seinem Buch diese Kindheit und Jugend von Jesus so gut gestaltet hat, ähnlich wie die beim Ährenraufen, Sie erinnern sich sicher. Jesus beim Spielen mit dem Ball, dem Reifen, beim Hüpfen und Verstecken und bei vielem mehr. Wir lesen davon nichts in der Bibel, aber der Junge aus dem kleinen Nazareth macht wohl schon damals deutlich, das aus diesem Ort doch was Gutes kommt Er war in Kind wie Du und ich und plötzlich ist er weg, er kam nach dem Passahfest einfach nicht mehr nach Hause. Die Eltern kehrten um, gingen wieder zurück in die Hauptstadt und fanden ihn nach drei Tagen dort, wo sie ihn eigentlich gar nicht erwartet hatten, sie entdecken ihn mitten unter den jüdischen Theologen, den hohen und
höchsten Rabbinern. Und dann ist für nach dem Diskutieren über Gott und die Welt sicher für ihn alles anders geworden. Der junge Jesus hat nun nicht mehr nur seine Eltern zum Auseinandersetzen, es gibt andere Bezugspersonen, oder soll ich sagen, es gibt eine andere Bezugsperson. Die Eltern konnten das nicht begreifen, wenn er ihnen zu verstehen gibt, dass er im Hause seines Vaters gewesen sei.
Jeder von uns kennt es wahrscheinlich, wie es ist, wenn die Personen als Beziehungspersonen wechseln, plötzlich sind die Eltern nicht mehr wichtig, Freunde sind dann da, die einspringen, ja, vielleicht sogar Lehrinnen und Lehrer oder heutzutage auch die Chatrooms im Internet. Wir verlieren unsere Kinder aus den Augen, aus den Händen. So befindet sich auch die heilige Familie dort in Bethlehem unter dem Druck der Realität ihres Lebens, denn so heilig ist die Familie dort in Nazareth gar nicht mehr und sie ist gar nicht mehr heilig. Anders gesagt: die Pubertät des Jungen lässt neue Möglichkeiten zu und ratlose Eltern zurück. Wir können uns einmal zurücklehnen und darüber nachdenken, wie wir unseren Weg in die Erwachsenenwelt gemacht, oder unsere Kinder betrachten und uns das miteinander erzählen.
Und dann fragen Sie, was trägt das für die heutige Predigt aus, ich will es gerne einmal versuchen zu schreiben:
Für den Evangelisten Lukas ist wichtig, deutlich zu machen, der ja wohl ein Mensch der zweiten Generation nach dem Tod und der Auferstehung gewesen ist, dass Gott, der Gott der Christinnen und Christen, der Schöpfer, von dem die Schrift im Alten Testament spricht, der Erlöser Israels ist. Das Volk, das sich oft genug von ihrem Gott abgewandt hatte. Dieser Jesus, dieser 12jährige Junge im Tempel, von dem ich heute schreibe, ist nach der Theologie des Lukas eben Gottes letzter Versuch, Israel noch einmal für sich zu gewinnen und zugleich alle anderen Völker der Welt zu erreichen.
Und dann, an das Ende dieser Predigt geschrieben, geht es nicht nur um einen pubertierenden 12jährigen Burschen und um dessen Eltern, die sich Sorgen machen; es geht um den Sohn Gottes, der auf seine Weise heute deutlich macht, was sein Verhalten auch für uns bedeuten kann. Er hat dort im Tempel seinen Kontakt zu diesem Gott aufgebaut und haut nicht ab, er will nicht alleine bleiben und sagt damit auch zu Dir und zu mir: Ich bleibe bei Euch alle Tage bis an das Ende der Welt,
Darum geht es in dieser kleinen Geschichte auch für heute mit Corona oder ohne, für alle Tage und dann ist es egal, wo ich predige in Einfeld oder Kiel oder hier in der Bonhoeffer Gemeinde.
Amen
Lied: Der die die Zeit in Händen hast. EG 64
Der du die Zeit in Händen hast,
Herr, nimm auch dieses Jahres Last
Und wandle sie in Segen.
Nur vor selbst in Jesus Christ
die Mitte fest gewiesen ist,
führ uns dem Ziel entgegen.
Der Du allein der Ewge heißt
Und Anfang, Ziel und Mitte weißt,
im Fluge unserer Zeiten.
Bleib Du uns gnädig zugewandt
Und führe uns an deiner Hand,
damit wir sicher schreiten.
Fürbittengebet
Gott, unser himmlischer Vater,
Du hast von Anfang an Deinem Sohn vertraut,
so vertrauen auch wir Dir und bitten deinen Schutz
in diesen durch Corona bedrückten Tagen.
Bleibe bei uns und unseren Familien und Freunden
Lass uns nicht allein, behüte und begleite uns
Höre uns, wenn wir so beten
Wie dieser, Dein Sohn es uns gelehrt hat
Vaterunser
SEGEN
Gottes macht halte uns aufrecht,
Gottes Weisheit, die leite uns,
Gottes Auge schaue für uns
Gottes Ohr höre für uns
Gottes Wort spreche für uns
Gegen die Fallstricke des Bösen
Gegen alles, was uns schaden könnte.
So segne und behüte und Gott, der Vater, der Sohn
Und der Heilige Geist, heute, im Jahr 2021
Und alle Zeit
Amen

Ich wünsche Ihnen allen eine gesunde und gesegnete Zeit
Ihr Kurt Triebel

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