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Zur Situation unserer Partnerschaftsarbeit mit der Gemeinde Nkimba in Malemba N'Kulu

Vor ca. 50 Jahren entwickelte sich im früheren Zaire (heute „Demokratische Republik Kongo“) eine lutherische Gemeinschaft, heute EELCo (Ev.-luther. Kirche im Kongo). Die Gründung wurde vor allem unterstützt aus Tansania und Deutschland. Schon sehr bald hat der Kirchenkreis Neumünster einen Partnerschaftsvertrag mit der EELCo unterzeichnet und Kirchengemeinden in Hamburg, Neumünster und Boostedt entwickelten partnerschaftliche Bezie-hungen zu Gemeinden der Ev.-luth. Kirche im Kongo – so auch die Dietrich-Bonhoeffer-Kirche mit Pastor Bernd Gillert und Ulrike Matthießen, die als Krankenschwester im Kongo maßgeblich am Aufbau eines Gesundheitszentrums beteiligt war.
Die DR Kongo ist 6-7fach so groß wie Deutschland und ist damit flächenmäßig der drittgrößte Staat Afrikas. Obwohl das Land über die größten Naturreichtümer Afrikas verfügt (Kupfer, Diamanten, Gold und andere Mineralien), gehört es zu den ärmsten Ländern der Welt. Hauptursache sind die vielen Jahrzehnte Misswirtschaft durch sich bereichernde Herrscher, kriegerische Auseinandersetzungen und Spannungen zwischen unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen.
Über 90% der Bevölkerung gehören christlichen Kirchen an, vor allem der katholischen Kirche, aber auch der protestantischen Kirche.
Die Dietrich-Bonhoeffer-Kirchengemeinde hat in der Vergangenheit vor allem den Aufbau des Gesundheitszentrums unterstützt und sich an Schulgeldzahlung und der Finanzierung von Schulspeisungen beteiligt. Der letzte Besuch einer Gruppe aus unserer Gemeinde fand 2015 u.a. mit Pastor Gottesleben statt.

Mit seinem Weggang bröckelte die Partnerschaftsarbeit zunehmend und „ruht“ aktuell eher. Das heißt: kaum lebendiger Austausch. Trotzdem wurden beständig Gelder gespendet, und Malemba N’Kulu ist im Bewusstsein unserer Gemeindeglieder als „unsere“ Partnergemeinde fest verankert. Der KGR hat sich in diesem Jahr nochmal dazu positioniert und den Beschluss gefasst, zu versuchen, die Beziehung wieder mit Leben zu füllen. Noch bevor wir durchstarten konnten, kam Corona – und bremste unser Vorhaben aus, weil Gruppenaktionen nicht mehr zulässig waren

In der letzten Regenzeit kam es in Ost-Afrika zu sintflutartigen Regenfällen. Das kommt immer wieder mal vor, aber in diesem Jahr hatten sie ein Ausmaß er-reicht, das unsere Partnergemeinde nicht mehr ohne Hilfe von außen schultern kann. Auch ohne eine bestehende Gruppe gelang es, dass allein in unserer Gemeinde in kurzer Zeit weit mehr als 6.500€ an Spendengeldern aufgebracht wurden – zusammengesetzt aus vielen kleineren Beträgen, einigen großen und auch einigen sehr großen Spenden. Das bedeutet: da existiert immer noch oder jetzt wieder Verbundenheit und Solidarität mit unseren Schwestern und Brüdern im Kongo, sowohl in geistlicher als auch in materieller Hinsicht. Das macht zuversichtlich.
Mit der Spendenaktion in unserer Gemeinde haben Privatleute, die Ge-sichtsmasken für Spenden nähen, haben auch der Kirchenkreis und das ZMÖ Spenden gesammelt, so dass wir Mitte Mai eine erste Überweisung in Höhe von 14.300€ gemeinsam auf den Weg bringen konnten. Eine weitere Überweisung wird folgen. Dafür können in der nichtbetroffenen Umgebung Lebensmittel, Planen, Hausrat, Seife und andere dringend erforderliche Dinge gekauft und verteilt werden, um die allergrößte Not zu dämpfen.
Wenn wir hoffentlich bald wieder Gruppenangebote durchführen kön-nen, werden wir eine Gemeinde-Veranstaltung anbieten, in der wir ausführlich auf die Situation und die Entwicklung unserer Partnerschaft eingehen werden. Ermutigt durch den großen Erfolg der aktuellen Spendenaktion, sind wir zuversichtlich, unsere Partnerschaftsarbeit wieder mit neuem Leben zu füllen und Menschen zu finden, die bereit sind, engagiert mit in diese Arbeit einzusteigen. Dabei soll es nicht darum gehen, vor allem Spenden zu sammeln – sondern es soll darum gehen, Partnerschaft im umfassenden Sinn wieder zu entwickeln und zu pflegen: uns besser kennen und in unseren Unterschiedlichkeiten und Gemeinsamkeiten verstehen zu lernen und mehr darüber zu erfahren, wie wir jeweils unseren christlichen Glauben leben und ausdrücken. So können wir auf beiden Seiten dazugewinnen.